Gottesdienste

Johanneskapelle - Missionsgemeinde Hl. Johannes XXIII.: Gottesdienste

Bildbeschreibung

Wir feiern unsere Gottesdienste, Gebete und Vespern in deutscher Sprache.

(Siehe hier bez. Temine)

Unser orthodoxer Glaube findet seinen Ursprung in der Heiligen Schrift, dem Gebet (eigenes Gebet sowohl auch die Gebetszeiten) und im Gottesdienst (der Göttlichen Liturgie).

Sicher kommt einem protestantischen oder katholischen Christen diese Liturgie befremdlich vor; viele Menschen sagen über unsere Liturgien sie seien "sehr lang" oder "da muss man sehr lange stehen" etc. Doch in der Göttlichen Liturgie s wird die gesamte "Heilsökonomie" Gottes und seines Sohnes Jesus Christus wiedergegeben. Wir glauben an die wahrhaftige Realpräsenz Jesu Christi in der Gestalt von Brot, dem Leib Christi, und im Wein, dem heiligen und kostbaren Blut unseres Erlösers.

Deshalb stehen wir grossteils während der Liturgie- keiner muss jedoch, wenn er nicht kann. Hier geht es dann um die Ehrerbietung vor dem Heiligen dreifaltigen Gott, nämlich dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist!

Wir Menschen erheben uns ja ebenfalls, wenn wir eine wichtige Person aus dem öffentlichen Leben, wie Politiker o.ä. begrüßen. Also tun wir dies auch in unseren Gottesdiensten.

Wir können mit unserem menschlichen Verstand letztlich nicht völlig begreifen, was bei den heiligen Feiern „passiert“. Deswegen nennen orthodoxe Christen die 7 Sakramente u.a. auch "Mysterien".

Der Ritus des Gottesdienstes unserer Gemeinde in Wien ist die sogenannte „Göttliche Liturgie unseres Vaters  Germanos von Paris“. Gleich vorweg, sie ist ziemlich unbekannt und wird im deutschen Sprachraum auch nur an wenigen Orten gefeiert. Liturgiegeschichtlich bemerkenswert, stellt sie einen Ritus dar, der u.a. vom Patriarchat von Ephesus überliefert wurde und im Westteil der damals noch ungeteilten Reichskirche bis zum 8. Jahrhundert gefeiert wurde. 

Vereinfachend gesagt handelt es sich hier um den verkürzten orthodoxen Ritus der Göttlichen Liturgie des Heiligen Johannes Chrysostomos wie wir sie aus den orthodoxen Kirchen kennen.

Der Interessierte findet bei www.orthpedia.de dazu Folgendes:

Auch in der Orthodoxen Kirche gibt es einen westlichen Ritus bzw. westliche Riten. Diese Bewegung existiert seit dem 19. Jahrhundert in der Orthodoxie und ist nicht so sehr bekannt.

Es gibt orthodoxe Christen, die zu Gemeinden und Gemeinschaften gehören, in welchen ein Ritus zelebriert wird, der der abendländischen Tradition folgt. Genau wie die Chrysostomusliturgie, die Basilius- und die Jakobusliturgie (ganz zu schweigen von den ehrwürdigen Riten der Kopten, Syrer, Armenier und Äthiopier) gehen die abendländischen Riten wie die Gregorianische Liturgie, der Ambrosianische und die Mozarabische Liturgie bis in die apostolische Zeit zurück.

Entwicklung

Es war ein Deutscher, Julius Overbeck, der in England lebte und sich dort zur Orthodoxie bekehrte und die Inspiration aufbrachte, dass es orthodoxe Gemeinden mit abendländischer Liturgiepraxis geben könne…Seit den 1950er Jahren gibt es vor allem in Nordamerika eine ganze Reihe von Gemeinden, die dem Patriarchat von Antiochien unterstehen und abendländischen Riten folgen. Nämlich der genannten Gregorianischen Liturgie und der St.-Tichon-Liturgie, eine orthodoxe Adaption der traditionellen anglikanischen Liturgie.

In Westeuropa wirkt vor allem seit den 1930er Jahren die Katholische Orthodoxe Kirche Frankreichs (Eglise Catholique Orthodoxe de France) in diese Richtung. Diese Gemeinschaft wurde 1936 vom damaligen Patriarchatsverweser Sergius in Moskau als „westliche orthodoxe Gemeinschaft“ unter dem Moskauer Patriarchat anerkannt. …

Der Ritus der Katholischen Orthodoxen Kirche Frankreichs (bzw. des Westens; es gibt sie auch außerhalb von Frankreich) ist der wiederhergestellte Gallikanische Ritus oder auch genannt die „Göttliche Liturgie nach unserem heiligen Vater dem Bischof Germanus von Paris“.

Die Gallikanische Liturgie ist eine nahe Verwandte der mozarabischen und der ambrosianischen Liturgie. Sie war zur Zeit der Merowinger im ganzen Frankenreich verbreitet und wurde erst von den Karolingern aus politischen Motiven durch den römischen Ritus ersetzt.

Die Abfolge der Germanusliturgie (Wien)

Wortgottesdienst

  • Introitus
  • Drei Mal Heilig (Trishagion)
  • Eingangssegen
  • Kyrie eleison
  • Hymnos (je nach Kirchenjahr entweder Gloria, Benedictus oder die Seligpreisungen)
  • Tagesgebet
  • Lesung
  • Psalm
  • Alleluia
  • Evangelium
  • Predigt
  • Litanei für die Kirche

Abendmahlsgottesdienst

  • Glaubensbekenntnis
  • Einleitung des Offertoriums
  • Einzug der Gaben und Hymnus
  • Stillgebet
  • Diptychen
  • Friedensgruss
  • Präfation
  • Sanctus ( Heilig)
  • Post Sanctus
  • Einsetzungsbericht
  • Gedächtnis und Darbringung
  • Epiklese (Bitte um den Heiligen Geist)
  • Post Epiklese
  • Brotbrechung
  • Vater Unser
  • Erhebung der heiligen Gaben
  • Segnung der Gläubigen
  • Kommunion
  • Danksagung
  • Entlassung und Segen

Bildbeschreibung